VON DER AUDIOLOGIE ZUR PSYCHOLOGIE
921 '(5 $8',2/2*,( =85 36<&+2/2*,( K|UHQ PVVHQ VLFK EHLP =XK|UHQ HWZDV PHKU DQVWUHQJHQ XQG ]HLJHQ IUKHU $Q]HLFKHQ YRQ 0GLJNHLW %HL )UDJHUXQGHQ QDFK 9RUWUlJHQ PHOGHQ VLFK L G 5 PHKU 7HLOQHKPHU LQ GHU YRP 5HIHUHQWHQ DXV JHVHKHQ UHFKWHQ +lOIWH GHV +|UVDDOV 'DKHU YHUVXFKH LFK PLFK DXI .RQIHUHQ]HQ PHKU GHP 3XEOLNXP ]X PHLQHU OLQNHQ ]X]XZHQGHQ XP DXFK GHVVHQ $XIPHUNVDPNHLW DXIUHFKW ]X KDOWHQ Cristina Cristina wirkte etwas verängstigt, als sie in meine Sprechstunde kam, und ihre Symptome erinnerten an eine Depression. Als Mutter in einer glücklichen Familie hatte sie eigentlich alles, was man braucht, um glücklich zu sein – war es aber nicht. Sie war Musiklehrerin an einer Grundschule und hatte nach und nach den Spaß am Unterrichten verloren. Es ging so weit, dass sie jeden Morgen beim Aufstehen von der Last, wieder zur Arbeit gehen zu müssen, erdrückt wurde. Sie wünschte sich, im Bett bleiben zu können; nicht aus Faulheit, sondern aus Furcht. Ein paar Monate lang hatte sie schon so gelebt, und es wurde immer schlimmer. Die Musik, ihre große Leidenschaft, konnte sie nicht mehr begeistern. Ihre Stimme hatte ihre Farbe verloren, und die Gitarre stand nur noch traurig in der Ecke. Sie hatte sich auf Herz und Nieren untersuchen lassen, aber sie schien völlig gesund zu sein, was sie beruhigte, aber andererseits auch verunsicherte. Ihre Audiometrie war relativ gut, mit einem aufsteigenden Profil, wie es für gute Musiker typisch ist: Beim linken Ohr war eine Inversion der Kurven im Bereich der Bässe zu erkennen, was bei Kindern üblich ist, aber bei Erwachsenen auf Probleme hindeutet.
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