VON DER AUDIOLOGIE ZUR PSYCHOLOGIE

921 '(5 $8',2/2*,( =85 36<&+2/2*,( Sara Sara, ein zehnjähriges Mädchen, kam wegen ernsthafter Leseprobleme in unser Zentrum. Lesen war ihr zuwider. Man vermutete Legasthenie. Sie hatte aufgegeben. Alles war ihr egal. Im Unterricht blieb sie unauffällig und störte nicht. Ihre Haltung war besorgniserregender als ihre schulischen Leistungen. Am schlimmsten war es für sie, wenn die Lehrerin sie vor allen Leuten laut vorlesen ließ. In diesem Spiegel wollte sie sich nicht sehen. Als ich sie bat, mir ein paar Zeilen vorzulesen, weigerte sie sich schlichtweg. In ihrem ersten Hörtest sehen wir, dass die Knochenkurve im rechten Ohr in der Zone II abfällt: Die Hörtherapie brachte bei Sara schnelle Fortschritte. Ihre Einstellung änderte sich radikal. Sie überraschte uns bald alle, da sie sich freiwillig als Erzählerin bei einem Schulfest meldete, und vor Hunderten von Menschen mit dem Mikrofon in der Hand vorlas als wäre es nichts, etwas, was wenige Monate davor noch undenkbar gewesen wäre. Ein Erfolg, der sich an der folgenden Hörkurve ablesen lässt: Beide Kurven ähneln schon sehr dem idealen Hören nach A. Tomatis, vor allem beim rechten Ohr.

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